Es gibt Momente, in denen ein einziger Satz reicht, und alle müssen grinsen. Vielleicht stammt er aus einem Film, vielleicht hat das Kind ihn selbst erfunden, und seitdem taucht er genau dann auf, wenn der Morgen zu kippen droht. Die Psychologin Andrea Samson von der FernUni Schweiz beschreibt, dass Humor für manche Familien zu einer gemeinsamen Sprache wird, die Nähe schafft und schwierige Momente leichter macht. Mit ihrem Team erforscht sie gerade, welche Bedeutung Humor für das Wohlbefinden autistischer Kinder und Jugendlicher hat.
Warum ist es so anstrengend, Gefühle zu regulieren?
Gefühle zu steuern kostet Kraft, und dafür braucht das Gehirn freie Ressourcen. Bei autistischen Kindern sind die mitunter schneller aufgebraucht, weil ihr Gehirn Informationen anders filtert und mehr Reize verarbeiten muss. Kommt dann noch dazu, dass es ein intensiveres Gefühl ist, kann das ziemlich schnell in eine komplette Überforderung kippen.
Dazu kommt, dass viele ihre eigenen Gefühle nicht so leicht erkennen. Wer nicht genau weiß, was gerade in ihm vorgeht, tut sich auch schwer damit, passend darauf zu reagieren. Samson weist außerdem darauf hin, dass autistische Kinder oft weniger Gelegenheit bekommen, hilfreiche Strategien kennenzulernen. Ihre Forschung zeigt allerdings, dass autistische Menschen solche Strategien genauso lernen und anwenden können wie alle anderen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen.
Kann man Humor überhaupt „üben“?
Humor hängt zwar ein Stück weit mit der Persönlichkeit zusammen, laut Samson lassen sich viele seiner Formen aber fördern und gemeinsam entdecken. Das kann über spielerische Übungen passieren oder ganz einfach dadurch, dass man lustige Momente aus dem Alltag miteinander teilt. Für autistische Kinder könnte Humor so ein gut zugänglicher Weg sein, um Abstand zu einer schwierigen Situation zu gewinnen und Anspannung abzubauen.
Gleichzeitig geht es um mehr als das Entschärfen von Krisen. Wer bewusst kleine Momente zum Schmunzeln in den Tag einbaut, schafft damit positive Erlebnisse, und die kommen im Alltag oft ziemlich kurz.
Die Forscherin sieht Humor ausdrücklich als Ergänzung zu anderen Wegen, mit Gefühlen umzugehen. Was ein Kind lustig findet, ist außerdem sehr verschieden, und das darf auch das Kind selbst bestimmen. Wie Humor im Gehirn genau wirkt, untersucht ihr Team gerade.
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Wege, mit Gefühlen umzugehen, lassen sich lernen – autistische Kinder brauchen dafür nur die Gelegenheit. Wie wir sie dabei begleiten, steht auf unserer Seite zur Autismustherapie. Eine Therapie können Sie hier direkt anfragen.
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